Literaturepochen

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(ai generated) | 11.06.2025 | Ebook

Selbststudium: Literaturepochen

Die Literaturgeschichte, dieses wundersame Labyrinth voller überlebensgroßer Gestalten und noch überlebensgrößerer Ideen, sie entfaltet sich vor uns wie eine schlecht inszenierte Theateraufführung.

Da hatten wir doch zuerst die Antike, jene goldene Ära, in der man offenbar nichts Besseres zu tun hatte, als Göttern nachzueifern, die sich selbst wie pubertierende Teenager aufführten, um Epen zu verfassen, die so lang waren, dass man sie heute höchstens noch als Schlafmittel verschreiben würde.

Und kaum hatten wir uns an das Heroische gewöhnt, da brach das Mittelalter herein, eine Epoche so dunkel, dass selbst die Kerzenstummel in den Klöstern kapitulierten. — Hier wurde dann eifrig über die Sünden der Menschheit lamentiert, während man sich insgeheim freute, dass der Nachbar noch tiefer im Schlamm steckte.

Doch siehe da, mit einem Aufatmen, das man bis ins heutige Feuilleton vernahm, erhob sich die Renaissance aus den Trümmern, als ob jemand plötzlich das Licht angeknipst hätte. — Plötzlich war der Mensch nicht mehr nur ein Wurm, sondern die Krone der Schöpfung — wenn auch eine, die sich gerne nackt auf Fresken malen ließ.

Dann kam der Barock, eine Zeit, in der die Worte blühten und wucherten wie Unkraut im ungepflegten Garten eines Aristokraten.

Jeder Satz war ein Kunstwerk für sich, gespickt mit Metaphern und Antithesen, bis man sich fragte, ob der Autor jemals zum Punkt kommen wollte oder einfach nur seinen Wortschatz protzen.

Und wer hätte es gedacht, kaum war der letzte barocke Schnörkel gesetzt, da klopfte die Aufklärung an, und mit ihr die Vernunft, die plötzlich alles hinterfragte, was zuvor heilig war – außer vielleicht die eigene Unfehlbarkeit.

Man schrieb Romane über Tugend und Moral, die so lehrreich waren, dass selbst der unbelehrbarste Leser am Ende entweder erleuchtet oder tief eingeschlafen war.

Denn, als Reaktion auf all diese Vernunft, brachen Romantik und Sturm und Drang herein wie ein ungezähmtes Gewitter. — Hier zerriss man Hemden, kletterte auf Berge und sprach von der Seele, dem Gefühl und dem Weltschmerz, als gäbe es nichts Schöneres, als sich selbst im eigenen Leid zu suhlen.

Schließlich, als hätte man genug vom Gefühlsschwelgen, kam der Realismus daher, der uns gnadenlos mit der Realität konfrontierte, die leider meistens grau, langweilig und voller unansehnlicher Details war.

Die Autoren malten nun mit Worten, was sie sahen, und was sie sahen, war selten schön.

Und seitdem? — Jetzt, seitdem tanzt die Literatur einen wilden Tango durch Moderne und Postmoderne, mal zerbrochen, mal ironisch, immer auf der Suche nach einer neuen Wahrheit, die meistens darin besteht, dass es keine Wahrheit gibt.